Merkwürdiges und Denkwürdiges aus Vergangenheit und Zukunft

 

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Geistiger Keks 15

Henkers-Quiz (Auflösungen unten)

 

du kleiner

Racker

Was ist Arme-Sünder-Fett?

a- Gewichtsverlust bei Kerkerstrafen

b- Heilsalbe aus Menschenfett

c- Schmierfett für Fallbeile

Was ist eine Henkersmahlzeit?

a- Das Wunschgericht eines zum Tode Verurteilten

b- Die Stärkung des Henkers nach anstrengenden Hinrichtungen

c- Ein schwäbisches Blutwurstgericht

Was war ein Racker?

a- ein kleiner Rumtreiber

b- ein fleißiger Landwirt

c- ein Tierkadaverbeseitiger

Welche Dienstleistungen boten Haller Henker im 17. Jh. noch?

a- Zöllner

b- Heiler

c- Kloakenentleerer

d- Abdecker

Was bedeutet „Toi-toi-toi“?

a- Lockruf für Hühner

b- Aus dem englischen Wort „Toy“

c- „Teufel-Teufel-Teufel“

Was mussten Henker beim Betre-ten einer Gaststätte beachten?

a- laut Namen und Beruf ausrufen

b- nur auf dreibeinigem Hocker Platz nehmen

c- nur aus einem eigens angeketteten Becher trinken

Wie viele Hinrichtungen führte der letzte deutsche Henker (gestorben 1972) durch?

a.) ca. 30

b.) ca. 300

c.) ca. 3000

 

Antworten finden Sie weiter unten

oder bei einem eindrucksvollen Stadtspaziergang durch Schwäbisch Hall:

 

SHA-10 A für Unerschrockene, bevorzugt nachts   

Mit dem Henker unterwegs:                                                       

Aus dem 17. Jahrhundert kommt der Henker (auf seiner Zeitreise) originalkostümiert ins heutige Schwäbisch Hall. Am liebsten führt er abends bei einbrechender Dunkelheit oder gar nachts mit Laterne und Richtschwert an die früheren Stätten seines Wirkens: Von der Henkersbrücke bis zum Folterturm - in kaum einer anderen Stadt haben sich derart viele Gebäude und Plätze der Strafjustiz aus der Zeit der Henker und Folterknechte erhalten wie hier. Die je nach Wunsch mehr gruselige oder mehr amüsante Führung (manchmal staunt der Henker gar sehr über neuzeitliche Errungenschaften) führt zu den Originalschauplätzen der Arbeit von Scharfrichtern seit 500 Jahren: Zur mittelalterlichen Gerichtsstätte mit den berühmten Wetzrillen, zum Pranger (auf dem die Ehrenstrafen vollzogen wurden) oder an den Folterkellern vorbei zum Fuß des Galgenbergs, auf den bis heute "Bettelsteigle" und "Blutsteigle" führen. Man erfährt, dass St. Johann die einzige Kirche war, die er betreten durfte und das verzweifelte Kranke manchmal im Schutz der Dunkelheit zum heute noch unheimlichen Haus der Haller Henkersfamilien schlichen, und dort auf heilsame Hilfe hofften...

Erarbeitung der historisch belegten Zusammenhänge und Episoden: Dr. Andreas Deutsch

Schauspieler: Bernhard Deutsch/ 60-100 Minuten/ Gruppenpreis: 150,- Euro/ Buchung: Telefon: 0791/84977 oder lebenswert@nurzu.de

 

Antworten zum Henkers-Quiz:

 

Arme-Sünder-Fett wurde aus solchen menschlichen Überresten gewonnen, denen ein christliches Begräbnis versagt geblieben war, wie z. B. nach einer unehrenhaften Hinrichtung. Beim Apotheker wurde es empfohlen: „Menschenfett ist gut für lahme Glieder, so man sie schmiert – sie werden richtig wieder!“

 

Von einem zum Tode Verurteilten fürchteten alle Beteiligten „den bösen Blick“ und andere Verwünschungen. Also wollte man sich gut stellen und gönnte dem Unglücklichen zur Besänftigung eine möglichst üppige Henkersmahlzeit oder wenigstens eine Zigarette.

 

Die Henker des ausgehenden Mittelalters waren meistens auch für die Beseitigung verendeter Tiere zuständig. Durch diese Tätigkeit als Abdecker oder auch Racker konnten sie ihren kärglichen Lohn aufbessern.

 

Im 17. Jahrhundert hatten die Henker noch andere Betätigungsfelder. Neben Hinrichtungen und Bestrafungen sowie den „peinlichen Befragungen“ zogen sie Brückenzoll ein, fingen räudige Hunde ein, waren Kloakenentleerer und betätigten sich erfolgreich in der Arzneikunst.

 

 „Teufel-Teufel-Teufel“ und dreimaliges Klopfen auf Holz sollte dazu dienen, einen möglicherweise gerade stattfindenden Schadenszauber abzuwehren. Heute soll der Ausspruch „Toi-Toi-Toi“ Schauspielern zum Gelingen ihrer Rolle beitragen, wobei sich der (abergläubische) Schauspieler für diesen Wunsch nicht bedanken darf.

 

Henker durften nur bestimmte Gaststätten betreten, mussten dabei Namen und Beruf ausrufen und durften nur auf extra vorgesehenen Hockern Platz nehmen. Damit keiner je aus dem Becher des Henkers trinken musste, war dieser oftmals an die Wand gekettet.

 

Der Schwäbisch Haller Scharfrichter Andreas Bürk vollzog im 17. Jahrhundert gerade mal 78 Hinrichtungen. Sein „Kollege“ Johann Reichhart blickte in seinem Todesjahr 1972 auf ein von über 3000 Hinrichtungen erfülltes Leben zurück. 1963 noch setzte er sich für die Wiedereinführung der Todesstrafe ein. Unter Hitler optimierte er die Fallbeil-Vorrichtungen, so dass eine Hinrichtung nur wenige Sekunden in Anspruch nahm. 

 

 

 

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